„Das forumZFD setzt
der Gewalt etwas
Visionäres entgegen.
Das unterstütze ich aus
vollem Herzen.“
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Deutschland: Gewalt vorbeugen – Gemeinschaft schaffen
In Oranienburg, einer Kreisstadt am nördlichen Rand des Ballungsraums Berlin, war es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen gekommen. Darin waren nicht nur jugendliche Spätaussiedler involviert. Doch die Schwierigkeiten der aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stammenden Jugendlichen, einen Platz in Oranienburg zu finden, waren ein verstärkender Faktor.
Die städtischen Verantwortlichen unternahmen eine Menge, um die Situation zu entschärfen. Eine beachtliche Anzahl staatlicher Einrichtungen und kreativer Initiativen kümmert sich um die Spätaussiedler. Ein Bürgerzentrum wurde eingerichtet. Aber es ging nicht nur um Jugendliche: Oranienburg hat seit 1990 etwa 1.200 Aussiedler aufgenommen. Diese Menschen wohnen vornehmlich im Stadtteil „Mittelstadt“, einer Plattenbautensiedlung. Das Verhältnis zwischen Aussiedlern und Alteingesessenen ist geprägt von Sprachlosigkeit und Vorurteilen.
Auf Anregung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist das forumZFD Ende 2006 in Oranienburg mit dem Ziel angetreten, in einem Pilotprojekt der „Kommunalen Konfliktberatung“ Konfliktpotenziale zu verringern. Ganz praktisch heißt das: Menschen zusammen bringen und als Mediatoren ausbilden. Intensive Kontaktpflege mit Polizei, Landkreis und Stadtverwaltung betreiben. Treffen von Akteuren in der Oranienburger Mittelstadt organisieren und moderieren. Ein Kiezfest ermöglichen.
Seit 2006 ist viel geschehen: Das Bürgerzentrum ist ein lebendiger Mittelpunkt im Quartier geworden. Eine Plattform von engagierten Aussiedlern und Alt-Oranienburgern hat sich gegründet – die Initiative Bürgerzentrum. Haupt- und ehrenamtlich Aktive sind in interkultureller Konfliktbearbeitung geschult worden und bieten ihre Kenntnisse nun ganz konkret in einer Konfliktschlichtungsstelle im Bürgerzentrum an.
Die Erfolge sind messbar: Forderndes und konfrontatives Denken hat bei vielen Aussiedlern konstruktivem und zukunftsorientiertem Handeln Platz gemacht. Sie haben ein höheres Selbstwertgefühl entwickelt und engagieren sich in und für ihre Stadt. Dies strahlt ins gesamte Quartier aus. Kerstin Faßmann, die stellvertretende Bürgermeisterin, berichtet: „Wir beobachten eine Aufwertung der Oranienburger Mittelstadt als Wohnstandort. Dies ist eine Entwicklung, zu der das Projekt beigetragen hat.“
Im Oktober 2009 lief die Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus. Den Verantwortlichen in Oranienburg lag viel daran, die Expertise des forumZFD als neutrale Prozessbegleiter zu halten. Die Stadtverwaltung ermöglichte eine Fortsetzungsfinanzierung durch das Programm „Stärken vor Ort“. Nur ein Schritt zur Sicherung der Nachhaltigkeit: Im Bürgerzentrum richtete die Stadtverwaltung die Stelle eines Gemeinwesenarbeiters ein – und besetzte diese mit einem ausscheidenden Projektmitarbeiter.





